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GESCHICHTE

 

Jedes Projekt braucht Initiatoren, Treiber und Sponsoren. Als im Spätsommer 2001 Jürgen Frühschutz, Leiter Buchverlag beim Deutschen Fachverlag in Frankfurt, anfragte, ob ich eine neue Buchidee hätte, war das Konzept schnell geschrieben. Die Idee war ein Herausgeberwerk über funktionelle Bekleidung und Heimtextilien. Damals war der Markt klein und nur von wenigen Brands bestimmt, die sich an absolute Outdoorfreaks wendeten. Produziert wurden one-size-Jacken, die robust, aber auch schwer waren. Weil man so kaum aus der Nische kommen konnte, experimentierte man mit leichteren Stoffen, die den Tragekomfort verbessern und neue Märkte erschließen sollten.

Doch echtes Zutrauen, dass dieses Segment wachsen könnte hatte keiner. Man sah eher Chancen bei Smart Clothes, also intelligenten Textilien. Mein Eindruck war damals, dass es vor allem an der Vermarktung lag und an der Krise, in der sich die Textilbranche befand. Weltweit, denn durch die gestiegenen Energiekosten und dem Image eine Protektionismusindustrie zu sein, gelang es weder in Europa noch in USA der Textilbranche eine echte Zukunftschance einzuräumen. Politik und Wirtschaft blickten nach Asien, wo geringe Lohnkosten die Lösung des Problems erschienen. Nur wenige Insider kannten die neuen Technologien oder konnten Finanzgeber davon überzeugen, dass diese für Jedermanns- Bekleidung Sinn machen. Textil wurde gleichgesetzt mit Mode. Und modisch waren die schweren Outdoorjacken nun wirklich ganz und gar nicht. Aber funktionell und das faszinierte mich.

Zuerst ein Buch als Herausgeberwerk

Meine Begeisterung für das Buchprojekt übertrug sich auf Experten der Branche, die weitgehend alle in telefonischen Kontakt gewonnen wurden, denn damals hatte ich eine schwere Augenkrank- heit. Dennoch ließ ich es mir nicht nehmen, alle Manuskripte zu lesen und die Texte redaktionell so anzupassen, dass die Texte auch für einen Laien verständlich werden. Denn eines war klar. Banken mussten von dem möglichen Wandel der Textilbranche überzeugt werden, denn nur so gab es frisches Kapital.

Das Buch "Funktionstextilien" erschien im Mai 2003 und war im Herbst erstmals auf der Buchmesse. Der Titel wurde kurz vorher noch geändert, weil ich der Ansicht war, nur ein Gattungsname könne den Turn-around schaffen. Als Germanistin, Kommunikationswissenschaftlerin und Marketingexpertin gelang es, die Leitung des Buchverlags zu überzeugen und durch den Überraschungseffekt den Abverkauf zu stimulieren. Laut Angaben aus dem Deutschen Fachverlag ist der Titel der auflagenstärkste, der je in der Edition Textil erschienen ist.

Funktionstextilien Oline - das erste Onlineportal B2C und B2B für die Textilbranche

Mit dazu beigetragen hat das Portal Funktionstextilien Online Denn es war klar, dass die Branche dadurch einen zusätzlichen Schub erhält und die Anzahl an Innovationen eher zunimmt. Dies konnte man nur online vermitteln. Gestartet habe ich Funktionstextilien Online als Initiative meiner Agentur im November 2003. Mit einem Insiderbereich für Branchenvertreter, die mit Portrait und Infotext vorgestellt wurden und im Portal Kontakte suchen konnten. Dieser Service wurde 2006 mit einem Relaunch zugunsten von mehr öffentlichen Informationen eingestellt. Seit dem Start im Jahr 2003  sind pro Jahr in Specials insgesamt ca. 100 Messeproduktneuheiten vorgestellt worden und fast ebenso viele Nachrichten über Unternehmen und Forschungseinrichtungen.

Zehnjähriges Jubiläum


2013 feierte Funktionstextilien Online 10jähriges Jubiläum. Das Portal wurde in Lauf dieser Jahre mehrfach angepasst. Durch ein Gespräch auf der CMT 2008 mit dem Deutschen Wanderverband erschien in der Mitgliederzeitschrift ein Beitrag über Funktionstextilien. Danach kletterte die Anzahl der user von bisher 2.000 auf bis zu 16.000 und Hersteller setzten auf Softshells, da es inzwischen auch Studien über das Verhalten der Wanderer gab, die es bequem lieben und gar keine Extremsportkleidung suchen, sondern modische, freizeitaugliche Outfits. Damit entstand eine neue Bewegung, denn man hatte durch Studien ermittelt, dass Frauen die Kaufentscheidung für Freizeit-bekleidung beeinflussen. Ab da war es nur ein kleiner Schritt zu farbiger, körperbetonter Sportbekleidung, die von internationalen Stars begeistert aufgenommen wurde.

Die Diskussion um den  Klimawandel hat in der Textilbranche zu unterschiedlichen Reaktionen geführt. Hersteller von Outdoorbekleidung sahen es als ihre Aufgabe an, Naturschützer zu werden, denn Outdoorerlebnisse sind Naturerlebnisse. Es entstanden Nachhaltigkeitskonzepte und sichtbar nach außen neue Kollektionen aus recycelten PET-Flaschen. Parallel dazu baute die Branche ein Kontrollsystem auf, um die Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern mehr sozialverträglich zu machen. Es entstanden unzählige Projekte und, um diese zu finanzieren bzw. die  Abverkaufszahlen zu steigern, TV-Kampagnen und Sportsponsoring. Aufmerksamkeit erregten Ultrasportarten, die verdeutlichten, dass Funktionstextilien Extremleistungen ermöglichen. 2012 ein Sprung aus dem All. Damit schließt sich der Kreis, denn mit Raumfahrtkleidung der NASA begann einst der Siegeszug der Hightechtextillien. oder wie man heute oft liest der Hightech-Textilien bzw. High-Tech-Textilien.

Zum Lead Market mit High-Tech-Textilien

Von 2004 bis 2010 konnten sich Interessenten der Branche auf einer Fachtagung informieren, die unter der Domain www.high-tech-textilien.de eingeführt wurde. Namhafte Referenten und Teilnehmer aus edr Textilbranche der Wirtschaft und Politik trafen erstmals zusammen zu einem vent, das man später für alle solche Networkung-Angebote auch als Match-Making veranstaltungen bezeichnete. Initiator der fachtagungsreihe wurde ich nach einem Gespräch mit walter Kälber im Haus der Wirtschaft in Stuttgart. Denn er bemängelte die mangelnde Transparenz des neuen Marktes und glaubte, dass dieser nur Zukunft hat, wenn es einen Austausch gibt, der vor allem auch Gespräch mit Personen in Wirtschaft und Politik mit Querschnittsaufgaben. Konzeption und Organisation erfolgte durch mich als Agenturinhaberin in Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Stuttgart und dem Wirtschaftschaftsministerium Baden-Württemberg.

Weil auch textile Verbände nachzogen und Veranstaltungen anboten, entwickelte sich die Textilbranche zum Lead Market und wenn heute Technische Textilien den Leichtbau in vielen Branchen ermöglichen, so wurde der Grundstein einst im Sektor Bekleidung gelegt. Die Visionen wurden Wirklichkeit. Mein besonderer Dank gilt deshalb Herrn Frühschütz beim Deutschen Fachverlag und Walter Kälber beim Regierungspräsidium Stuttgart.

In den letzten fünf Jahren hat sich der Markt rasant weiter entwickelt, die Anforderungen an Nachhaltigkeit veränderten die Angebotsstruktur und damit haben sich Hightechprodukte im Handel  vor allem im modischen Sektor so stark breit gemacht, dass mittlerweile in jedem Preissegment Funktionstextilien mit hoher Qualität angeboten werden. Die Outdoorbranche feierte 2018 in Friedrichshafen mit der Outdour Show 25jähriges Jubiläum. Eine Erfolgsgeschichte, die ich gerne durch Berichterstattung von Neuheiten bei Funktionstextilien Online begleitet habe.

Zum 15jährigen Jubiläum 2018 startete ich als Herausgeberin eines Fachkompendiums (print und online) mit neuen Auftritt,  der im Lauf des Jahres ergänzt bzw. ausgebaut wird.  

 

Petra Knecht                                                                                                      Juli 2018

 

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